„Fussball ist ein klassischer Sport, und das Porträt ist eine klassische Kunstform“: Benjamin Abana über sein Porträt für den Sieger des People's Puskas
Frederik Hvillum

Der dänische Porträtmaler Benjamin Abana über das Porträt, das er als Preis für Billy Tabb, den Sieger des People's Puskas 2025, gemalt hat, und darüber, wie er die Schüchternheit und den Stolz hinter einem Fallrückzieher eingefangen hat.
Als Billy Tabbs Fallrückzieher den People's Puskas 2025 gewann, brachte ihm das einen Preis wie keinen zweiten ein: ein handgemaltes Porträt des dänisch-nigerianischen Künstlers Benjamin Abana, der 2019 zum besten Porträtmaler Dänemarks gekürt wurde und vor Kurzem den dänischen König porträtiert hat.
Abana arbeitete ausschließlich mit Fotos eines Spielers, den er nie getroffen hatte, und wollte nicht nur Tabbs Züge einfangen, sondern den Moment selbst. Wir haben mit ihm über den Auftrag gesprochen, über sein Handwerk und darüber, warum ein Tor aus dem Amateurfussball einen Platz an der Wand verdient.
Kannst du dich zum Einstieg kurz vorstellen?
Ich heiße Benjamin Abana und bin bildender Künstler. Ich male Porträts, und das seit mehr als 15 Jahren. Andere Genres haben mich zwischendurch gereizt, aber ich kehre immer zum Porträt zurück. Irgendetwas am Menschen lässt mich nicht los. Ich bin selbst halb Däne, halb Nigerianer, und diese Dualität zieht sich durch meine Arbeit: die Frage, wer man ist, wenn man an zwei Orte gleichzeitig gehört.

Wie würdest du deine Technik beschreiben?
Meine Basis ist klassisch, aber ich treibe sie in eine abstraktere Richtung, weil mich das mehr interessiert. Ich arbeite mit Spachteln und Palettenmessern, nicht nur mit dem Pinsel. Es muss realistisch wirken, ohne realistisch gemalt zu sein – breite, grobe Striche, die sich aus der Entfernung zusammenfügen. Kurz gesagt ist es eine Mischung aus klassischer Porträtmalerei und Street Art: kräftige, klare Farben, die durch starke Kontraste im Gleichgewicht bleiben.
Was waren bisher deine Highlights?
Der Wendepunkt kam 2019, als ich zum besten Porträtmaler Dänemarks gekürt wurde. Seitdem folgt ein Auftrag auf den anderen, eine Ausstellung auf die nächste. Mein bisher größter Auftrag war das Porträt des dänischen Königs – so etwas lehnt man nicht ab.

Worum ging es bei dem Auftrag?
Veo hat mich gefragt, ob ich den Siegerpreis für den People's Puskas malen würde: ein Porträt von Billy Tabb, der 2025 gewonnen hat. Das war etwas ganz anderes als meine übliche Arbeit, aber ein Porträt ist ein Porträt. Ich habe Billy nie getroffen, also habe ich nach Fotos gemalt. Man hat mir erzählt, dass er ein bisschen schüchtern ist und von dem ganzen Rummel überrascht war, und das musste mit ins Bild. Mir ging es darum, beides gleichzeitig einzufangen: die Schüchternheit, aber auch den Stolz – der steckt in den Augen und in diesem leichten Lächeln.
Warum ist ein Porträt der richtige Preis?
Weil das Tor außergewöhnlich war, sollte es der Preis auch sein. In Dänemark bekommt ein ganz normaler Spieler selten ein eigenes Porträt – das gehört fast in eine andere Zeit. Aber genau darum geht es: Wenn man etwas Außergewöhnliches schafft, passt ein ungewöhnlicher Preis perfekt. Und es hat etwas Schönes, wenn sich beides begegnet. Fussball ist ein klassischer Sport, und das Porträt ist eine klassische Kunstform. Beides zusammenzubringen, fühlt sich genau richtig an.

Hast du versucht, das Gefühl des Tors einzufangen?
Ja. Ich habe mir das Video von seinem Fallrückzieher immer wieder angesehen und versucht, mich in ihn hineinzuversetzen – in dieses Gefühl, wenn dir etwas richtig Großes gelingt. Mit diesem Gefühl male ich. Ich gebe nicht nur wieder, wie Billy aussieht, sondern wie er sich in genau diesem Moment gefühlt hat. Ein Porträt soll ehrlich sein, nicht schmeichelhaft. Wenn er schüchtern ist, muss die Schüchternheit da sein. Und der Stolz muss direkt daneben stehen. Er wirkt auf mich wie jemand, der lieber nicht im Mittelpunkt steht – aber er hat etwas geschafft, das es verdient, gefeiert zu werden.
Welche Reaktion erhoffst du dir, wenn er das Porträt bekommt?
Dass er sich darüber freut. Dass er es zu Hause aufhängt, wo er es jeden Tag sieht und sich daran erinnert, was er geschafft hat. Und falls er mal nach Dänemark kommt, würde ich ihm gern die Hand schütteln und ihm persönlich gratulieren.
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