Von null Reichweite bis zum totalen Zugriff: Wie Video den Fussball in Kastilien-La Mancha verändert hat
Frederik Hvillum


Als Juan Pablo Fernández 2020 die Kommunikation beim Fussballverband von Kastilien-La Mancha übernahm, bestand die Berichterstattung im Jugendfussball noch aus schriftlichen Spielberichten und einer Handvoll Fotos. Heute überträgt sein Zwei-Mann-Team Spiele, die mehr als 1.000 Zuschauer gleichzeitig vor die Bildschirme locken – ganze Schulklassen verfolgen so live, wie ihre Mitschüler hunderte Kilometer entfernt auf dem Platz stehen. Das ist die Geschichte, wie automatisierte Kameras den regionalen Fussball in einer der geografisch anspruchsvollsten Regionen Spaniens komplett verändert haben.
„Früher haben wir gar nichts gefilmt. Heute filmen wir alles“, sagt Juan Pablo Fernández, Kommunikationsdirektor beim Fussballverband von Kastilien-La Mancha. „Früher haben die Familien Spielberichte auf unserer Website gelesen – heute schauen 1.000 Leute live aus Schulen, Bars und von zu Hause in der ganzen Region zu.“
Dieser Wandel bedeutet mehr als nur nackte Zahlen. Er steht für eine grundlegende Veränderung im regionalen Fussball in einer der weitläufigsten Regionen Spaniens. Hier müssen Familien oft vier Stunden Fahrt auf sich nehmen, um ihre Kinder bei nationalen Meisterschaften spielen zu sehen.
Das Ganze stellt die Annahme infrage, dass professionelle Sportübertragungen auch professionelle Ressourcen und massenweise Personal erfordern.
Juan Pablo Fernández leitet die Kommunikation beim Verband seit 2020. Ursprünglich als Lehrer und Sozialarbeiter ausgebildet, hat er sich auch in den Bereichen Social Media und digitales Marketing weitergebildet. Als Schiedsrichter fing er an, Videoinhalte zu erstellen, um die Perspektive der Unparteiischen zu zeigen. Als der heutige Verbandspräsident sein Amt antrat und feststellte, dass es keine Kommunikationsabteilung gab, war Juan Pablo mit seiner Mischung aus pädagogischem Hintergrund, digitalen Skills und Fussballwissen die logische Wahl, um diese von Grund auf aufzubauen.
Das geografische Problem
Kastilien-La Mancha bringt ganz eigene Herausforderungen für die Sportberichterstattung mit sich. Die Region erstreckt sich über fünf Provinzen in Zentralspanien, wobei Teams und Familien über hunderte Kilometer verteilt sind. Wenn Regionalauswahlen zu nationalen Meisterschaften in ferne Regionen wie Galicien, Katalonien oder Andalusien reisen, können viele Familien aufgrund von Reisekosten oder Arbeitsverpflichtungen schlichtweg nicht dabei sein.

Bevor Juan Pablos Team eine systematische Videoberichterstattung einführte, bedeutete das Verfolgen von Jugendfussball in der Region, sich fast ausschliesslich auf schriftliche Spielberichte und ein paar Fotos auf der Website zu verlassen. Videos gab es nur sporadisch, erstellt von einzelnen Vereinen mit dem Equipment, das sie sich gerade leisten konnten – aber nichts davon war beständig. „Man musste dem schriftlichen Fazit vertrauen, um zu wissen, was im Spiel passiert ist“, sagt Juan Pablo. „Es gab keine Möglichkeit, sein Kind spielen zu sehen, wenn man nicht physisch am Platz war.“
Live-Streaming im Lockdown gelernt
Die Pandemie erzwang einen unerwarteten Durchbruch. Als die Corona-Beschränkungen Zuschauer von den Plätzen verbannten, die Spiele aber weiterlaufen durften, stand der Verband vor einer Entscheidung: Bleiben wir bei schriftlichen Berichten oder versuchen wir etwas völlig Neues: Live-Übertragungen. „Wir fanden, dass der Fussball weitergehen sollte“, so Juan Pablo. „Also mussten wir einen Weg finden, diese Finalphasen den Leuten irgendwie zu zeigen.“
Sein Team brachte sich die Produktion von Live-Übertragungen selbst durch YouTube-Tutorials bei. Sie gewannen lokale Kommentatoren, die im kastilisch-manchegischen Fussball bekannt waren. Die Ergebnisse überraschten alle. „Wir hatten eine tolle Zeit, ehrlich“, sagt Juan Pablo. „Die Atmosphäre, die wir geschaffen haben – mit zwei Mikrofonen und einer Kamera auf die Plätze zu fahren, alle mit Masken –, das war ein echtes Erlebnis.“
Doch diese frühen Übertragungen zeigten schnell ihre Grenzen auf. Eine professionelle Produktion braucht Personal. Viel Personal. Kameraleute, Regisseure, Tontechniker und Kommentatoren. Der Verband wollte für die Wochenend-Einsätze keine Mitarbeiter aus anderen Abteilungen abziehen. Sie brauchten eine Lösung, die zu ihrem Ehrgeiz passte, ohne die Mitarbeiterzahl zu vervielfachen.
Die automatisierten Kameras von Veo haben alles verändert. „Für uns war das ein echter Boom“, sagt Juan Pablo. „Nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ.“ Der Verband konnte nun jede Meisterschaft, die nicht bereits vom spanischen Verband abgedeckt wurde, übertragen – einfach durch das Aufstellen einer Kamera und das Starten der Aufnahme.
Besonders deutlich wurden die Auswirkungen bei den nationalen Meisterschaften. Als die U14- und U16-Futsal-Teams von Kastilien-La Mancha kürzlich antraten, lockten die Vormittagsspiele regelmässig 1.000 Zuschauer gleichzeitig vor die Bildschirme. Juan Pablos Team konnte viele dieser Klicks auf Schulen und Institute zurückführen. „Es war gerade Tutorenzeit, Sportunterricht oder was auch immer, und 25 Kids haben das Spiel über einen Projektor geschaut“, erzählt er. „25 Klassenkameraden, die ihrem Schulfreund beim Wettkampf zuschauen.“
Die Technologie hat auch die Trainingsarbeit verändert. Die Trainer der Regionalauswahlen fordern Veo-Kameras jetzt nicht mehr nur für Spiele, sondern auch für Trainingseinheiten an. Nach den abendlichen Trainingslagern erhalten die Trainer das Material und erstellen nachts Analyse-Clips. Am nächsten Morgen haben sie spezifische Videobeispiele parat, um sie mit den Spielern zu teilen. „Besonders beim Futsal ist es für sie essenziell, diese Bilder so schnell wie möglich verfügbar zu haben“, sagt Juan Pablo.
Der Verband produziert mittlerweile wöchentliche Highlight-Pakete, die regelmässig 30.000 bis 40.000 Aufrufe erreichen. Diese kurzen Videos, die meist 90 Sekunden bis zwei Minuten dauern, entsprechen genau dem heutigen Medienkonsum. „Ich lese keine Spielberichte mehr“, sagt Juan Pablo. „Ich schaue mir die Highlights an, und das sagt mir, wie das Spiel gelaufen ist, welches Team dominiert hat und was passiert ist.“ Die automatische Highlight-Erstellung von Veo hilft dem Zwei-Mann-Team, das Arbeitspensum zu bewältigen.
Wenn Spieler zur Kamera rennen
Der Zugang zu Videos hat auch die Art und Weise verändert, wie Spieler mit ihrem Sport interagieren. Wenn die Regionalauswahlen heute Tore schiessen, rennen die Spieler oft zuerst zur Veo-Kamera statt zum Fotografen am Seitenrand. Sie haben verinnerlicht, dass die Kamera Momente einfängt, die sie sich immer wieder ansehen werden. „Sie wissen genau, dass sie gefilmt werden“, sagt Juan Pablo. „Später konsumieren sie den Content selbst. Sie schauen es sich wieder und wieder an. Wenn ich als Jugendlicher die Chance gehabt hätte, meine eigenen Spiele zu sehen und zu geniessen, hätte ich mir definitiv mehr als nur ein paar angeschaut.“

Die systematische Videoberichterstattung des Verbands hatte zudem einen unerwarteten Nebeneffekt. Wenn Juan Pablos Team heute für offizielle Spiele auf die Plätze kommt, stellen sie fest, dass immer mehr Vereine bereits eigene Veo-Kameras installiert haben. Diese Kameras dienen praktischen Zwecken über die Highlights hinaus. Vereine können nun Schiedsrichterentscheidungen mit Videobeweisen anfechten. Früher musste man jemanden abstellen, der ganze Spiele mit dem Handy filmte, um eine Rote Karte anzufechten. Die automatisierte Aufnahme beseitigt diese Hürde.
Der Kommunikationsdirektor träumt davon, den Videozugang auf die höchste regionale Spielklasse, die Primera Autonómica Preferente, auszuweiten. „Ich habe schon immer gesagt: Ich fände es toll, wenn irgendwann alle Teams ihre eigenen Kameras hätten.“
Dieser Ehrgeiz bedeutet zwar mehr Arbeit für seine kleine Abteilung, aber Juan Pablo sieht darin vor allem die Chance. Jedes Spielvideo lockt Leute auf die Website des Verbands. Spieler analysieren sich selbst. Trainer studieren die Gegner. Scouts entdecken Talente. „Es ist eine unvorstellbare Quelle an Ressourcen“, sagt er, „allein durch die Tatsache, ein Spiel aufzunehmen.“
Kürzlich hielt der Verband ein Sichtungslager für die jüngste Altersgruppe ab: U10-Spieler. Das Camp ging von 9:30 Uhr bis 15:00 Uhr und umfasste 20 verschiedene Spiele. Eine Veo-Kamera hielt alles fest. „Der Trainer ist extrem detailverliebt“, sagt Juan Pablo. „Er nutzt die Aufnahmen für die erste Auswahl der U10-Regionalauswahl. Das sind neunjährige Kinder.“ Einige dieser Kinder, die in der Residenz des Verbands übernachten, verbringen dort ihre erste Nacht weg von zu Hause. Manche können sich noch nicht einmal die Schuhe selbst binden. Aber sie werden dokumentiert, analysiert und mit Tools gefördert, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar komplex gewirkt hätten.
Für Juan Pablo fasst diese Entwicklung zusammen, was Video für den Fussball in Kastilien-La Mancha bedeutet hat. „Für uns war es ein qualitativer und quantitativer Sprung“, sagt er. „Dass wir Meisterschaften übertragen können, ist besonders wichtig für die Familien, die nicht mitreisen können. Dieser Sprung erlaubt uns, viel weiter zu reichen und Inhalte anzubieten, nach denen man früher mühsam suchen musste.“
Der regionale Fussball hat sich grundlegend verändert, wenn Neunjährige Videoanalysen auf Profi-Niveau erhalten, wenn lokale Freizeitligen den Wert der Dokumentation erkennen und wenn 25 Mitschüler über einen Projektor im Klassenzimmer ihrem Freund zuschauen, wie er vier Provinzen weiter um den Sieg kämpft.
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